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Medizinische Fachartikel

Proteinshakes enthalten oft zu wenig Eiweiß

Eiweiß ist nicht nur trendy, sondern der Shootingstar unter den Nährstoffen. Denn immer mehr Menschen möchten weniger Kohlenhydrate, aber mehr Eiweiß zu sich nehmen, um schlank zu werden oder zu bleiben. Viele greifen deswegen zum praktischen Proteinshake. Doch viele Produkte enthalten zu wenig oder nur minderwertiges Eiweiß, dafür aber viel Zucker. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, ob ein Shake halten kann, was er verspricht.

Viele gute Gründe für mehr Eiweiß

Weil eine Erhöhung der Eiweißzufuhr im Alltag nicht zu jeder Zeit einfach umzusetzen ist, greifen immer mehr Figurbewusste zu praktischen Proteinshakes. Geschieht dies zum Frühstück, wird die nächtliche Fasten- und Fettverbrennungs-phase nicht unterbrochen.

Wissenswert

Sie können die Phase der Fettverbrennung so ganz einfach auf 12 bis 16 Stunden verlängern.

Darüber freuen sich insbesondere Ihr Stoffwechsel und Ihre Figur. Denn Studien zeigen: Durch den Proteinkick am Morgen reduzieren Sie Ihre Kalorienaufnahme während des gesamten Tages. Sie essen sozusagen „automatisch“ weniger. Im Mittel reduzierten die Teilnehmer durch das eiweißreiche Frühstück ihre tägliche Kalorienaufnahme um fast 400 kcal.

Eiweiß ist derzeit der Shootingstar unter den Nährstoffen. Im Hinblick auf eine ausreichende Eiweißzufuhr sind hochwertige Proteinshakes eine gute Wahl – vor allem, wenn diese das Frühstück ersetzen.

 Ernährungsmediziner Dr. med. Hardy Walle



Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß

Das Geheimnis dieser positiven Effekte liegt in der Rezeptur des Produkts. Hier spielt Molkeneiweiß die Hauptrolle und steht in der Zutatenliste an erster Stelle. Sojaeiweiß hingegen hat keinen entfettenden Effekt auf die Leber.

Zudem kann es vom Körper nicht so optimal verwertet werden wie Molkenprotein, sodass das Muskelwachstum beziehungsweise der Muskelerhalt geringer ausfällt. Wenn Sie aus persönlichen oder ethischen Gründen auf Molkeneiweiß verzichten sollen, ist Soja eine Alternative.

Auch der Kohlenhydratgehalt verdient Ihre Aufmerksamkeit und sollte so gering wie möglich sein. Denn es ist keine Seltenheit, dass handelsübliche Proteinshakes mehr Kohlenhydrate als Eiweiß enthalten. Damit wird der erwünschte Stoffwechseleffekt ins Gegenteil verkehrt.

Da der Shake in den meisten Fällen eine Mahlzeit ersetzt, sollte er auch entsprechend konzipiert und zugelassen sein. Voraussetzung dafür ist neben den Inhaltsstoffen Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett auch ein bestimmter Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Ob ein Produkt diese Voraussetzungen erfüllt, ist an der Auszeichnung als Mahlzeitenersatz („Mahlzeit für eine gewichtskontrollierende Ernährung“) leicht zu erkennen.

Checken Sie vorher gründlich, was Ihr Shake kann und was nicht. Ein Blick auf die Zutatenliste genügt.

 

Ihre Proteinshake-Checkliste

  1. Molkenprotein steht in der Zutatenliste an der ersten Stelle 
  2. Der Eiweißanteil liegt bei mindestens 60 %
  3. Der Kohlenhydratanteil liegt unter 10 % (Zuckeranteil kleiner 5 %)
  4. Das Produkt enthält Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente (mindestens 50 % NRV* pro Portion) sowie Ballaststoffe 
  5. Das Produkt ist als Mahlzeit für eine gewichtskontrollierende Ernährung gekennzeichnet

*NRV = Nutrient Reference Values (Nährstoffbezugswerte) gemäß Verordnung (EU) Nr. 1169/2011.